SPITZENREITER RINGT GALLISCHEN ZFC NIEDER
Am Sonntag, dem 30.03.2025, musste sich unser ZFC beim Liga-Krösus mit 1:3 geschlagen geben. Doch so sah es lange Zeit nicht aus. Vor allem in der ersten Hälfte, in der unsere Mannschaft durch einen verwandelten Handelfmeter von Nils Schätzle in Führung ging, kaufte man dem Tabellenführer regelrecht den Schneid ab. Nach dem Seitenwechsel machte Lok mehr Dampf, brauchte aber einen äußerst zweifelhaften Foulelfmeter, um zurück ins Spiel zu kommen. Bedauerlicherweise fing sich Zipse auch noch eine Ampelkarte ein und kurz darauf fiel auch der Führungstreffer für die Leipziger. Unsere dezimierte Mannschaft konnte leider nicht nochmal zurückkommen und musste durch einen weiteren Elfmeter in der Nachspielzeit auch noch den dritten Gegentreffer hinnehmen.
Es war Schmuddelwetter in Probstheida und trotzdem waren 4799 Zuschauer, darunter auch ein paar Zipse-Fans, gekommen, um die Partie des Spitzenreiters gegen unseren ZFC Meuselwitz zu sehen. Nach einem kurzen Abtasten hatte unser ZFC ein paar gute Aktionen. Der Tabellenführer tat sich sehr schwer und machte im Spielaufbau immer wieder Fehler. In der 17. Spielminute hatte Zipse-Kapitän René Eckardt eine erste gute Möglichkeit, seine Farben in Führung zu bringen, scheiterte aber an Andreas Naumann im Leipziger Tor. Quasi im Gegenzug der erste sehenswerte Lok-Angriff, bei dem aber Stefan Maderer in Lukas Sedlak seinen Meister fand (17‘). Unser ZFC war in dieser Phase mutiger, gewann die Zweikämpfe und griff an. Nach einem Eckball von Nils Schätzle kam über Umwege Jan Halasz an den Ball, zog ab und traf den ausgestreckten Arm von Alexander Siebeck, der sich in den Schuss geworfen hatte. Der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter und Nils Schätzle traf zum 0:1 (27‘). Lok-Keeper Andreas Naumann ahnte zwar die Ecke, war auch noch dran, konnte aber den Einschlag nicht verhindern. Der Spitzenreiter wirkte verunsichert. Kaum eine Aktion klappte. Unser ZFC hatte die Sache bislang gut im Griff und führte nicht unverdient. Kurz vor der Halbzeitpause wurde Lok so langsam wach. Alexander Siebeck prüfte in der 40. Spielminute Lukas Sedlak, der aber stark halten konnte. Nur zwei Zeigerumdrehungen später forderte der Lokanhang Elfmeter. Malik McLemore kam bei einem Dreikampf mit Lukas Sedlak und Ben Keßler zu Fall, doch der Schiedsrichter entschied auf Stürmerfoul (42‘). So ging es mit der knappen Gästeführung in die Pause.
Der erfolgsverwöhnte Leipziger Anhang haderte mit der Leistung des Gastgebers in der ersten Halbzeit. Das war bislang gar nichts! Hieß es in den Pausengesprächen. Sie gaben aber auch dem Schiedsrichter eine Mitschuld. Wir als Zipsendorfer waren indessen sehr zufrieden.
Nach dem Seitenwechsel kam auf Leipziger Seite Djamal Ziane in die Partie und Lok wurde stärker. Nun, mit dem Wind im Rücken kam auch mal eine Flanke an. Nach einem Eckball in der 50. Spielminute hatte Laurin von Piechowski die große Chance zum 1:1, köpfte aber das Leder knapp über das Zipsendorfer Tor. Vier Minuten später war dann Malik McLemore durch, scheiterte aber am Fuß des glänzend aufgelegten Zipse-Keepers Lukas Sedlak. Lok arbeitete am Ausgleich, doch vorerst überstand unser ZFC die guten Möglichkeiten der Leipziger mit Glück und guter Abwehrleistung. Dann kam die Szene, über die wohl noch eine Weile gesprochen wird. Am besten verschafft sich jeder über die bewegten Bilder einen eigenen Eindruck. Felix Rehder schlug den Ball aus der Gefahrenzone und Noel Eichinger kam zu Fall. Warum es da Elfmeter gab, kann Schiedsrichter Kai Kaltwasser nur selbst beantworten. Pasqual Verkamp verwandelte sicher zum viel umjubelten 1:1 (61‘). Vielleicht hatte Lok durch die Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte den Ausgleich auch verdient, aber nicht so. Dem Spitzenreiter gab das „Geschenk" natürlich Auftrieb. Lok war zwar jetzt druckvoll, doch Zipse hielt dagegen. Bedauerlicherweise musste David Pfeil, er hatte vorher schon Gelb gesehen, nach einem Foul an Djamal Ziane mit der Ampelkarte vom Platz (71‘). Somit war unsere Mannschaft auch noch dezimiert und so kam es, wie es kommen musste: Der 1. FC Lok Leipzig ging nach 77 Minuten in Führung. Eine schöne Flanke von Pasqual Verkamp köpfte Noel Eichinger zum 2:1 in die Maschen. Der Lok-Anhang, der in der ersten Hälfte kein gutes Wort für die eigenen Kicker übrig hatte, feierte die Führung wie eine Weltmeisterschaft. Der Rest ist schnell erzählt. Zipse gab sich nicht auf, doch Lok blieb das spielbestimmende Team. In der Nachspielzeit kam Malik McLemore nochmal im Zipsendorfer Strafraum zu Fall, diesen Elfer kann man geben. Djamal Ziane verwandelte sicher zum 3:1. Das war dann auch der Endstand.
Fazit: Leider wurde ein couragierter Auftritt am Ende mal wieder nicht belohnt. Vor allem in der ersten Hälfte war Zipse sogar die bessere Mannschaft. Am Ende hat Lok nochmal die Kurve bekommen, doch unsere Jungs konnten erhobenen Hauptes das Spielfeld verlassen. Glückwunsch an die Leipziger, wer solche Spiele am Ende noch gewinnt, wird wohl auch aufsteigen. Alles Gute für die weitere Saison. Unsere Mannschaft trifft am kommenden Wochenende auf den FC Eilenburg. Das wird auch nicht einfacher.
Stimmen zum Spiel Georg-Martin Leopold (ZFC Meuselwitz): Es ist sehr schwer, mit leeren Händen nach Hause zu fahren. Wir haben als Tabellen-Elfter in den ersten 60 Minuten richtig gut Paroli geboten. In der ersten Halbzeit konnten wir die Stärken von Lok total aus dem Spiel nehmen, konnten selbst hier in Führung gehen, wussten aber, dass Lok mit Wucht kommt. Es ist aber dann ärgerlich, dass aus meiner Sicht eine falsche Entscheidung das Spiel maßgeblich beeinflusst. Ich will nicht sagen, dass Lok sonst kein Tor gemacht hätte, aber den Elfmeter zu pfeifen hat Lok geholfen. Wir haben dann die Partie in Unterzahl bis zum Schluss offen gehalten. Denn da ist ja vielleicht immer noch irgendwo etwas möglich. Am Ende sind wir extrem traurig, dass wir nach so einer guten Leistung heute nichts mitnehmen konnten. Jochen Seitz (1. FC Lok Leipzig): Das Spiel hat uns extrem viel Kraft gekostet. Der tiefe Platz und die Meuselwitzer haben alles reingehauen. Wir hatten die ersten 30 Minuten richtig Probleme. Es wurde nicht umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben viele Bälle und Zweikämpfe verloren. So kann man ein Spiel gegen so eine robuste Mannschaft nicht angehen. Das haben wir in der Pause angesprochen. In der zweiten Halbzeit haben wir mit Wind gespielt, da konnten wir auch mehr Druck entwickeln. Trotzdem sind wir einem Rückstand hinterhergelaufen, den wir zum Glück noch drehen konnten. Man darf aber auch nicht vergessen, dass Meuselwitz ein gutes Spiel abgeliefert hat. Für mich war es ein klarer Elfmeter, ich habe aber die Fernsehbilder noch nicht gesehen. Noel Eichinger kommt für mich vorher an den Ball und man hat auch den Schlag bis zur Trainerbank gehört. Wenn es keiner war, hatten wir eben auch mal Glück. Ich denke, wir haben in der zweiten Halbzeit richtig gedrückt und hätten vielleicht auch ohne den Elfmeter die Möglichkeit und die Zeit gehabt, das Spiel zu drehen.
J.K.
StatistikTore: 0:1 Schätzle (27.Strafstoß), 1:1 Verkamp (61.Strafstoß), 2:1 Eichinger (77.), 3:1 Ziane (90.Strafstoß)
Lok Leipzig: Naumann, Wilton, Piplica (71.Cevis), Verkamp (86.Okbidi), Maderer (46.Ziane), McLemore , Adigo (25.Klump ), Siebeck, Eichinger (86.Elsner ), Von Piechowski, Dombrowa
ZFC: Sedlak , Rehder, Halasz, Pfeil , Keßler, Pauling (80.Rotfuß), Schätzle, Haubner (62.Wurr ), Eckardt, Kießling, Schmökel (86.Hoxha)
Zuschauer: 4999
Schiedsrichter: Kai Kaltwaßer | Pascal Wien und Christoph Beblik
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